logo der Akademie Susanne Weber
logo coachingwissen.ch

Überblick über verschiedene Fragen und ihre Wirkung

Die Tabelle gibt einen Überblick über verschiedene Fragearten und deren Wirkung

Arten

Beispiele

Wirkung

Offene Fragen

Was schätzen deine Kollegen an dir?
Was hältst du von der Einführung von Teamarbeit?
Welche Möglichkeiten siehst du, dass du und deine Kollegen/Kolleginnen sich zum Team entwickeln?

Weshalb willst du die Teamsitzungen zu einem regelmäßigen Termin führen?
Offene Fragen sind Gesprächsöffner und laden zum Erzählen ein. Du beginnst meistens mit den Fragewörtern Wer, Wie, Was, Warum, Wieso, Wann, usw.
Weite offene Fragen Was ist in deinem Team besonders gut gelaufen? Bei dieser Frage wird der Coachee wieder zum Erzählen bewegt.
Informationsfragen Du sagtest, dass du Personal abgebaut hast. Nach welchen Kriterien hast du die Auswahl getroffen? Du hast eine offene Frage gestellt und möchtest mehr zu dem Gesagten erfahren.
Metafragen

Beispiel: Man hat mir dann gesagt, dass ich …

Wer ist das „man“?
Bei den Metafragen will der Coach eine genauere Angabe. Hier gilt es herauszufinden, was hinter den Verallgemeinerungen steht.
Motivierende Fragen Als langjähriger Mitarbeiter aus der Branche xy hast du sicherlich viele Ideen, wie du das Produkt dieser Zielgruppe noch besser anbieten könntest? Du gibst dem Coachee indirekt ein Kompliment und stellst dann eine Frage. Dadurch kannst du deinen Coachee zum Sprechen anregen. Besonders hilfreich ist die motivierende Frage am Anfang oder bei Personen, die sehr resigniert von sich sind.
Situative Fragen Welche kritische Situation hast du im letzten Jahr in deinem Team bewältigt?

Die Frage zielt auf die Vergangenheit. Der Coachee wird aufgefordert, von seiner Erfahrung zu sprechen.

Du erhältst mit situativen Fragen ein umfassendes Bild von der Situation.

Auswahlfragen

Alternativfragen

Möchtest du heute lieber mit einer strukturierten oder kreativen Methode arbeiten?
Sollen wir uns am Mittwoch oder Donnerstag treffen?

Möchtest du diese Arbeit jetzt sofort machen oder morgen früh?

Sie dienen dazu, dem Partner die Entscheidung zu erleichtern. Es kann vorkommen, dass sich ein Gesprächspartner für ein bestimmtes Thema oder Vorgehen nicht entscheiden kann oder er findet oder sieht für sich keine Lösung. Dann ist es sinnvoll, wenn man dem Gesprächspartner nicht offene Fragen, sondern Alternativfragen stellt. Man bietet ihm damit Denkhilfen an.

Mit Auswahlfragen hilfst du dem Coachee sich zu positionieren. Dies ist dann sinnvoll, wenn du möchtest, dass er sich für eine Sache entscheidet oder du das Gefühl hast, dein Coachee verzettelt sich.
Selbsteinschätzungsfragen

Beschreibe deine Stärken und Schwächen!

oder

Wie beurteilst du dein Führungsverhalten?
Mit Selbsteinschätzungsfragen kannst du erkunden, inwieweit der Coachee sich und sein Verhalten reflektiert hat.

Du erhältst Antwort, inwieweit dein Coachee sich selbstbewusst und kritisch beschreiben kann.
Skalenfragen

Ich bitte dich, dich gleich auf einer Skala von 1 bis 5 einzustufen. Dabei bedeutet 5 stark vorhanden und die 1 wenig vorhanden.
Wie stufst du bei dir das kreative Denken ein. Dabei meine ich, wie du ungewöhnliche praktikable Ideen und Lösungen entwickelst?
oder
Ein Coachee hat eine schwierige Prüfung vor sich: Wie stufst du die Chance ein, dass du die Prüfung schaffst?

0 bedeutet keine Chance/100 bedeutet ja, das schaffe ich.

Mit Skalenfragen erfährst du u. a. sehr viel über die Selbstreflexion und wo der Coachee seine Stärken und Schwächen sieht.

Du kannst die Skalenfragen wunderbar auch dazu einsetzen, inwieweit der Coachee seinem Ziel schon nähergekommen ist.

Zirkuläre Fragen oder auch projektive Fragen

Wenn dein Chef hier sitzen würde, was würde er mir sagen, wer du bist?

oder

Hast du einen Kollegen, mit dem du eng zusammenarbeitest? (Antwort abwarten) Wenn ich den Michael befrage, was würde er mir antworten: Weshalb arbeitest du gerne mit … zusammen? (Antwort abwarten) Welche Stärke würdest du ihm in Zukunft mehr wünschen?
Bei der zirkulären Frage wird der Coachee indirekt befragt. Er wird dazu angeleitet, sich in eine bekannte Person hineinzuversetzen. Es ist bei dieser Fragestellung wichtig, dass er sich konkret eine Person vorstellen kann. Lass dir entweder den Namen der Person geben oder das Geschlecht. So kannst du die Frage konkreter formulieren und der Coachee kann sich besser in die Person hineinversetzen.

Mit der zirkulären Frage erhältst du Antworten, bei denen der Coachee angeregt wird, sich aus einer anderen Position zu sehen. Er ist manchmal selber über seine Antworten überrascht.
Hypothetische Fragen Angenommen es würde über Nacht ein Wunder passieren und dein Problem hätte sich aufgelöst, an was würdest du es merken? Mit hypothetischen Fragen verleitest du den Coachee zum Träumen. Er wird in seiner Kreativität angeregt und kann dadurch evtl. Lösungen selber erarbeiten.

 

Dies sind nur einige der wichtigsten Fragearten im Coaching. In unserer Coaching Ausbildung wirst du noch mehr kennenlernen und verschiedene Fragetechniken intensiv trainieren, die für deinen individuellen Methodenkoffer besonders wichtig sind.

MEHR ÜBER DIE AUSBILDUNG